Matthieu Gillabert

Die kleinen Skandale im Schweizer Pavillon der Cité international universitaire de Paris

Originaltitel: Les petits scandales du Pavillon suisse à la Cité internationale universitaire de Paris

Seit seiner Errichtung im Jahr 1933 beherbergt das Schweizer Haus der Cité internationale universitaire de Paris Studierende vor allem aus der Schweiz. Mehrere dieser Studierenden nahmen aktiv an politischen und kulturellen Kundgebungen teil, die das universitäre Milieu der Hauptstadt bewegten. Der Artikel vergleicht zwei Affären um Verweise von Bewohnern, die am Anfang und am Ende der 1960er-Jahre das Innere dieses Studentenhauses erschütterten, und unterstreicht die Bedeutung der medialen Vermarktung in Zeiten politischer Spannung. Ihrer hierarchischen Stellung gemäss nutzten die Akteure, die ebenso für das Haus wie für die Studierenden verantwortlich waren, den medialen Raum für den Skandal oder aber ihre Macht, um den Ausbruch des Skandals zu verhindern. Dabei lässt sich im Lauf der 1960er-Jahre eine Verschiebung der medialen Mobilisierung beobachten: In der ersten Affäre machten Studierende auf die kommunistische Gefahr aufmerksam; in der zweiten, in der Niklaus Meienberg die Hauptrolle spielte, versuchten nonkonformistische Studierende auf die öffentliche Meinung einzuwirken.

Erschienen in: traverse, 2015/3, S. 115.

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