Stefan Länzlinger

Altersbilder, Generationenbeziehungen und Geschlechterrollen in Bildquellen der Pro Senectute

Die Pro Senectute kümmert seit über hundert Jahren um die Verbesserung der Lebenssituation älterer Menschen in der Schweiz. Um ihre Anliegen zu popularisieren, setzt die Stiftung Bildmaterial verschiedenster Art ein. Dieser Bilder, Filme und Videos transportieren das zeitgenössisch aktuelle Bild des Alters. In der Gründungsphase kommt eine Serie von Diapositiven zum Einsatz, die an Vorträgen und Informationsveranstaltungen in der ganzen Schweiz gezeigt wird. Das vermittelte Altersbild ist vorwiegend defizitorientiert. Alten Menschen geht es schlecht, ihnen muss vor allem materiell geholfen werden. In der Nachkriegszeit (und vor allem nach der Einführung der AHV) verschwindet diese Art der Hilfe aus dem Fokus. Die Pro Senectute präsentiert sich im Imagefilm „Eines Tages / Un certain jour“ von 1958 als moderne Dienstleistungsorganisation, die Lösungen für neue, altersbedingte Probleme wie den Pensionierungsschock anbietet. Mit der Einrichtung einer audiovisuellen Medienstelle in den 1980er Jahren gelingt es der Pro Senectute, neue Distributionskanäle zu erschliessen. Vor allem die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Fernsehen ist erfolgreich und trägt wesentlich dazu bei, den Bekanntheitsgrad der Pro Senectute zu erhöhen und das Angebot einem breiten Publikum näherzubringen. Alte Menschen bleiben zwar partiell hilfebedürftig; immer mehr stehen aber Attribute wie Selbständigkeit, Unternehmenslust und unabhängige Lebensplanung der Seniorinnen und Senioren im Vordergrund.

Erschienen in: traverse, 2017/2, S. 109.

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