Rainer Schwinges

Akademische Mobilität in der älteren Vormoderne (1350–1550)

Wenn man nicht gerade am Universitätsort lebte, war Studieren mit Mobilität über mehr oder weniger grosse Distanzen hinweg verbunden. Man unterscheidet interne und externe Mobilität. Diese werden im Artikel aus der Perspektive des römisch-deutschen Reiches betrachtet, in dem in der Zeit zwischen 1350 und 1550 mehr als 300000 Personen studienhalber unterwegs waren. Die meisten haben nur eine einzige Universität besucht, weil sie in der Nähe des Universitätsortes, der Kernregion eines jeden Mobilitäts- bzw. Kommunikationsraumes, in mannigfache soziale Netzwerke eingebunden waren, die oft auch nach dem Studium noch hielten. Nur eine Minderheit aus der sozialen Elite wechselte die Universitäten sowohl intern als auch extern, tauchte in unterschiedliche Universitätskulturen ein und leistete sich ein teures Auslandsstudium in Italien oder Frankreich, das höher im Kurs stand als eines an einer deutschen Universität. Entsprechend blieben Italiener und Franzosen im Gegensatz zu Nord- und Osteuropäern den deutschen Universitäten fern.

Erschienen in: traverse, 2018/1, S. 27.

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