Karin Manz, Lucien Criblez

Die kantonalen Erziehungsdirektoren im nationalen Parlament: Akteurverflechtungen im bildungspolitischen Mehrebenensystem (1848–1980)

Wie kommen bildungspolitische Anliegen der Kantone ins nationale Parlament? Eine der Möglichkeiten waren Doppelmandate: Kantonale Erziehungsdirektoren nahmen parallel zu ihrer kantonalen Exekutivfunktion im National- oder im Ständerat Einsitz. An zwei Zeitperioden, in denen besonders viele Erziehungsdirektoren auch als National- oder Ständeräte tätig waren, werden die bildungspolitischen Verflechtungen im nationalen Parlament aufgezeigt: Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert formierte sich die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren. Ihre Vertreter nahmen vor allem im Bereich der Primarschulsubvention Einfluss im nationalen Parlament; in den 1960er und 1970er Jahren wurde der kooperative Föderalismus etabliert und die Erziehungsdirektoren setzten sich im nationalen Parlament vor allem für die bessere Unterstützung der Kantone durch den Bund bei der Bewältigung der Folgen der Bildungsexpansion ein.

Erschienen in: traverse, 2018/3, S. 73.

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