Call for Papers

CfP 1/2024

Natur. Einblicke in die 6. Schweizerischen Geschichtstage

Die 6. Schweizerischen Geschichtstage beschäftigen sich in zahlreichen Sektionen und mehreren Keynote-Vorträgen mit dem Thema «Natur». Die traverse plant die Publikation eines Themenheftes mit einer Redaktionsauswahl aus Beiträgen der Geschichtstage. Die Zeitschrift möchte auf diese Weise einen Beitrag zur nachhaltigen Sichtbarkeit der Geschichtstage und der schweizerischen Forschung leisten.

Das Themenheft versammelt Artikel, die das Konzept «Natur» untersuchen und die an den Geschichtstagen vertretenen unterschiedlichen Epochen und Themenfelder repräsentieren. Das können sowohl theoretische Beiträge sein wie auch Fallstudien aus dem schweizerischen oder globalen Kontext.

Wir laden alle interessierten Referent*innen der 6. Schweizerischen Geschichtstage ein, der Redaktion bis zum 30. September 2022 ihre Manuskripte (max. 30’000 Zeichen) einzureichen. Die Gesamtredaktion der traverse wird nach Lektüre aller Einsendungen entscheiden, welche Artikel veröffentlicht werden.

Das Themenheft «Natur/Nature» wird als Nr. 1/2024 erscheinen.

Die unten genannten Kontaktpersonen stehen Ihnen gerne für Nachfragen und weitere Informationen zur Verfügung.

Kontakt / Heftherausgeberinnen: Stéphanie Ginalski, Sabine Pitteloud und Sarah-Maria Schober.

Download CfP

CfP 3/2024

Die Macht des Patriziats in Städten. Persistenz und Wandel

Zahlreiche Arbeiten haben sich bereits den Patrizierfamilien in den wichtigsten Städten des vormodernen und modernen Europas gewidmet und dabei unterschiedliche  Dimensionen deren Macht aufgezeigt und analysiert.[1] Die patrizische Dominanz auf wirtschaftlicher, politischer, kultureller oder intellektueller Ebene überdauerte sogar den formalen Privilegienverlust des Patriziats im Verlauf des 19. Jahrhunderts. Obwohl die Problematik der Patrizierfamilien zahlreiche Forschungsarbeiten angeregt hat, sind wichtige Aspekte unerforscht geblieben.

Im anvisierten Schwerpunkt des Heftes sollen verschiedene Fragen zu Persistenz- und Wandelsphänomenen der Macht von Patrizierfamilien in der longue durée beleuchtet werden: Welche Faktoren haben die zeitliche Persistenz der patrizischen Eliten und bestimmter «Geschlechter» begünstigt?Wie konnten neue soziale Gruppen (Fremde, Zugezogene, Klein- und Mittelbürgerliche etc.) vom Mittelalter bis in die Neuzeit hinein in die urbanen Eliten integriert werden? Lassen sich Phasen der Öffnung und Machtbeteiligung beobachten? Wie hat sich das Zusammenleben zwischen alten, traditionellen Eliten und neuen, aufsteigenden sozialen Gruppen entwickelt? In welchen Bereichen und Institutionen war die patrizische Herrschaft besonders ausgeprägt? War die fortschreitende Demokratisierung der Städte mit dem Erhalt patrizischer Macht in elitären Gesellschaften (Zünfte) oder anderen kulturellen oder akademischen Institutionen verbunden? Gerade auch die Zeit der Machterosion des Patriziats seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ist kaum untersucht worden und könnte Anlass für erste Fallstudien sein.[2] Darüber hinaus soll in diesem Heft die Bedeutung der familiären Beziehungen zwischen den Mitgliedern der Patrizierfamilien untersucht werden: Gab es eine relative Offenheit gegenüber anderen sozialen Gruppen, oder bestand im Gegenteil eine starke soziale Endogamie fort? Wurden bei Eheschliessungen strategisch Allianzen zwischen geeigneten Familien gefördert oder folgten sie einer anderen Logik? Welche Stellung hatten Frauen in der patrizischen Machtstruktur und wie hat sich ihre Position im Laufe der Zeit verändert?

Darüber hinaus ist das Heft aber auch offen für Beiträge, die sich kritisch mit dem Begriff «Patriziat» selbst auseinandersetzen, z. B. durch Studien darüber, wie diese Familien selbst Diskurse produzierten, um ihre Machtposition zu legitimieren. Der Call for Papers möchte grundsätzlich zu Beiträgen motivieren, die sich auf verschiedene Zeitbereiche und Länder beziehen.

Bitte reichen Sie Ihren Artikelvorschlag bis zum 15. April 2023 ein. Die deadline für die fertigen Artikel ist der 15.12.2023. Der Schwerpunkt «Die Macht des Patriziats in Städten. Persistenz und Wandel» erscheint in Heft 3/2024 der traverse (ca. November).

Für allfällige Fragen stehen Ihnen die untenstehenden Kontaktpersonen gerne zur Verfügung.

Kontakte / Herausgeber/innen der Ausgabe: Stéphanie GinalskiAndré Mach und Isabelle Schürch.

Download CfP traverse 3/2024


[1] Für die Schweiz vgl. etwa Tanner, Arbeitsame Patrioten ― wohlanständige Damen, 1995; Sarasin, Stadt der Bürger, 1997; Perroux, Tradition, vocation et progrès, 2006; sowie Schläppi: «Patrizitat», in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 27.09.2010, https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/016374/2010-09-27/ (27.09.2022).

[2] So etwas zu Bern, vgl. dazu Rieder, Netzwerke des Konservatismus, 2008.