{"id":9246,"date":"2024-12-04T08:33:17","date_gmt":"2024-12-04T08:33:17","guid":{"rendered":"https:\/\/revue-traverse.ch\/?p=9246"},"modified":"2025-10-29T09:44:38","modified_gmt":"2025-10-29T09:44:38","slug":"patriziat-mal-anders-objektarchive-und-sakrallandschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/revue-traverse.ch\/fr\/patriziat-mal-anders-objektarchive-und-sakrallandschaften\/","title":{"rendered":"Patriziat mal anders: Objektarchive und Sakrallandschaften"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Ein Beitrag von Mich\u00e8le Steiner und Christine Z\u00fcrcher<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Am 5. Juni 1702 notierte die\u00a0<em>S\u0153ur \u00e9conome<\/em>, die Wirtschafterin des Solothurner Klosters Visitation, im Rechnungsbuch die Einnahme von 602 Pfund \u00abResu en charitez de nos soeur, et de quelque personne, pour nostre soleille\u00bb sowie die Ausgabe von \u00abdoeux cant soixante fran pour nr soleille\u00bb.<sup data-fn=\"f2cd3aa9-d77d-457e-8df1-34063fe63bbe\" class=\"fn\"><a href=\"#f2cd3aa9-d77d-457e-8df1-34063fe63bbe\" id=\"f2cd3aa9-d77d-457e-8df1-34063fe63bbe-link\">1<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Hinweise zu diesem Objekt finden sich in den Annalen derselben Klostergemeinschaft.\u00a0Dort ist im Nachruf auf die 1711 verstorbene \u00abS\u0153ur Marie H\u00e9l\u00e8ne Elisabeth Vallier de St. Aubin\u00bb nachzulesen, dass die Schwester \u00abnous fit faire\u00a0<strong>un beau Soleil d\u2019argent dor\u00e9<\/strong>, enrichi de pierreries et d\u2019ouvrages \u00e9maill\u00e9s qui repr\u00e9sentent la Passion de Notre Seigneur. C\u2019est un chef d\u2019oeuvre, estim\u00e9 des meilleurs connaisseurs et un don pr\u00e9cieux provenant de la lib\u00e9ralit\u00e9 de plusieurs personnes charitables, d\u00e9vou\u00e9es \u00e0 notre Communaut\u00e9\u00bb.<sup data-fn=\"df23383c-c0a5-44b1-81e0-4a8e51362242\" class=\"fn\"><a href=\"#df23383c-c0a5-44b1-81e0-4a8e51362242\" id=\"df23383c-c0a5-44b1-81e0-4a8e51362242-link\">2<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-rounded\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"854\" height=\"1280\" src=\"https:\/\/revue-traverse.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Highlight-3-24_Steiner-Zuercher_Abb.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-9145\" srcset=\"https:\/\/revue-traverse.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Highlight-3-24_Steiner-Zuercher_Abb.png 854w, https:\/\/revue-traverse.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Highlight-3-24_Steiner-Zuercher_Abb-200x300.png 200w, https:\/\/revue-traverse.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Highlight-3-24_Steiner-Zuercher_Abb-683x1024.png 683w, https:\/\/revue-traverse.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Highlight-3-24_Steiner-Zuercher_Abb-768x1151.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 854px) 100vw, 854px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Strahlenmonstranz im Kirchenschatz des Klosters Visitation, gestiftet von der Oberin Sr. Marie H\u00e9l\u00e8ne \u00c9lisabeth Wallier mit Unterst\u00fctzung zahlreicher Nonnen und deren Eltern. <br>Vergoldetes Silber, hergestellt von Johann Heinrich B\u00fceler, um 1702.<br>\u00a9 Kantonale Denkmalpflege Solothurn, J\u00fcrg Stauffer (Langenthal), 2012.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die hier bezeichnete Strahlenmonstranz entstand im Auftrag der damaligen Klostervorsteherin Sr. Marie H\u00e9l\u00e8ne Elisabeth Wallier (1651\u20131711) und wurde von mehreren Schwestern des Klosters Visitation sowie deren Eltern gemeinschaftlich gestiftet.<sup data-fn=\"b5f0d29d-35c0-4169-adf5-4d897408b750\" class=\"fn\"><a href=\"#b5f0d29d-35c0-4169-adf5-4d897408b750\" id=\"b5f0d29d-35c0-4169-adf5-4d897408b750-link\">3<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Sie befindet sich noch heute an ihrem urspr\u00fcnglichen Aufbewahrungs- und Nutzungsort in der inneren Sakristei des Klosters und konnte im Rahmen\u00a0eines Inventarisierungs- und Publikationsprojekts zu den Sakralbauten der Stadt Solothurn 2010\u00a0erstmals erfasst und\u00a0in einem beschreibenden Verzeichnis dokumentiert werden.<sup data-fn=\"9cc931dd-918f-458a-bda6-658a8461d3b4\" class=\"fn\"><a href=\"#9cc931dd-918f-458a-bda6-658a8461d3b4\" id=\"9cc931dd-918f-458a-bda6-658a8461d3b4-link\">4<\/a><\/sup>\u00a0W\u00e4hrend die eingangs zitierten Schriftquellen etwas \u00fcber Entstehungszeit, Finanzierung und Auftraggeberin aussagen und auf einige der verwendeten Materialien wie vergoldetes Silber, Steinbesatz und Emailarbeiten hinweisen, l\u00e4sst sich die Autorschaft dagegen einzig mittels der am Objekt selbst eingepr\u00e4gten, qualit\u00e4tsbezeugenden Beschau- sowie Meisterzeichen bestimmen. Diese weisen die Monstranz als ein Werk des Solothurner Goldschmieden Johann Heinrich B\u00fceler (1647\u20131733) aus.<sup data-fn=\"3873b8fe-a628-4fbb-b459-ad00474e25d9\" class=\"fn\"><a href=\"#3873b8fe-a628-4fbb-b459-ad00474e25d9\" id=\"3873b8fe-a628-4fbb-b459-ad00474e25d9-link\">5<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Die 92 Zentimeter hohe Hostienmonstranz pr\u00e4sentiert sich als \u00fcberaus reich gestaltetes Werk. Der gestufte, querovale Vierpassfuss \u00fcber mehrfach profiliertem Standring zeigt getriebenes Rankenwerk, vier Engelsfiguren und gefl\u00fcgelte Engelsk\u00f6pfe sowie vier von Amethysten gefasste Emailmedaillons mit Darstellung der Evangelisten. Als <em>fl\u00fcgellose Engelsfigur<\/em> konzipiert, tr\u00e4gt der Schaft ein herzf\u00f6rmiges, von einem Strahlenkranz umfasstes, mit Steinen geziertes und von einer B\u00fcgelkrone \u00fcberh\u00f6htes Ostensorium, das Hostiengeh\u00e4use. Ebenfalls in der Mittelachse ist unterhalb des Ostensoriums die Darstellung des Pelikans, der sich die Brust aufpickt, um seine Jungen mit seinem eigenen Blut zu f\u00fcttern, angeordnet \u2013 ein Symbol und Sinnbild f\u00fcr den Opfertod Christi und dessen Auferstehung. Die reiche Zier des doppelten Strahlenkranzes zeigt durchbrochen gearbeitetes Rankenwerk, in das zw\u00f6lf Putten mit verschiedenen Leidenswerkzeugen und liturgischen Ger\u00e4ten sowie sechs von Rubinen und feinen Bl\u00fctenranken gerahmte Emailmedaillons mit Szenen der Passion Christi geschraubt sind. Der Strahlenkranz wird von der B\u00fcstenfigur Gottvaters und der Heiliggeisttaube bekr\u00f6nt sowie von einem Kreuz mit Steinbesatz \u00fcberh\u00f6ht. <br>Das ikonographische Programm des Figuren- und Bilderschmucks steht der Funktion der Monstranz entsprechend ganz im Zeichen der Passion, des Opfertodes und der Auferstehung Christi.<\/p>\n\n\n\n<p>Die f\u00fcr ihre Zeit in jeder Hinsicht charakteristische Hostienmonstranz bringt im durchkomponierten Zusammenspiel und in der differenzierten Bearbeitung kostbarster Materialien, symbolisch zu deutender Formen und Farben sowie dem ikonographischen Bildprogramm ihre Bedeutung als liturgisches Schaugef\u00e4ss f\u00fcr die feierliche Ausstellung der heiligen Hostie in der katholischen Eucharistie wirkungsvoll zum Ausdruck. Die Monstranz ist effektvoller Blickpunkt, Zentrum und H\u00f6hepunkt der liturgischen Handlung. Das h\u00f6chst qualit\u00e4tsvolle Werk zeugt ebenso von der liturgischen Praxis in der Zeit der katholischen Reform, vom Stiftungswillen der Klosterfrauen und den ihr Zugewandten wie auch von der Meisterschaft des Goldschmieden Johann Heinrich B\u00fcelers. Im noch wenig erforschten Leben und Werk B\u00fcelers ist sie eine von drei heute noch erhaltenen Hostienmonstranzen.<sup data-fn=\"eaa3d485-5f9a-4a6f-953d-8290e3190fd3\" class=\"fn\"><a href=\"#eaa3d485-5f9a-4a6f-953d-8290e3190fd3\" id=\"eaa3d485-5f9a-4a6f-953d-8290e3190fd3-link\">6<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Die hier pr\u00e4sentierte Strahlenmonstranz ist nur eine von zahlreichen Kostbarkeiten aus dem Klosterschatz der Solothurner Visitandinnengemeinschaft. <br>Als Teil dieser seit der Niederlassung der Schwestern in Solothurn 1645 gewachsenen Sammlung verweist die Monstranz auf die Funktion von Kl\u00f6stern als wertvolle Objektarchive. Diese materiellen Archive stellen f\u00fcr Kunsthistorikerinnen und Historiker veritable Schatzkammern dar, bieten sie doch Quellenmaterial f\u00fcr die Beantwortung einer Vielzahl von Forschungsfragen. Indem diese Objektarchive durch ihre Sch\u00e4tze die weite Welt auf kleinstem Raum vereinen, lassen sie (Kunst-)Historiker:innen an der Einbindung von kl\u00f6sterlichen Gemeinschaften in transregionalen R\u00e4umen teilhaben.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig kann die Arbeit in und mit solchen Objektarchiven (Kunst-)Historiker:innen vor Herausforderungen stellen.&nbsp;So ist erstens die Zug\u00e4nglichkeit der Objekte nicht immer gegeben. Auch wenn viele liturgische Stiftungen heute Teil \u00f6ffentlicher Museumssammlungen sind, befinden sich zahlreiche Objekte noch in den Klostergemeinschaften selbst. Unz\u00e4hlige Kirchensch\u00e4tze mussten zudem aufgrund kriegerischer Auseinandersetzungen, Diebst\u00e4hle oder Klosteraufhebungen in den letzten 250 Jahren zum Teil umfassende und nicht immer klar dokumentierte Abg\u00e4nge verzeichnen. Die Ein- und Zuordnung der Objekte erfordert des Weiteren viel Fachwissen. Zwar verweisen Quellen aus kl\u00f6sterlichen und kirchlichen Archiven h\u00e4ufig auf Stiftungen und Vergabungen in ihre Institutionen, aufgrund der oben beschriebenen Abg\u00e4nge ist es jedoch nicht immer einfach, die teilweise sehr kurz gehaltenen Eintr\u00e4ge in den Quellen mit Objekten in den Sammlungen zu verbinden. Schliesslich verf\u00fcgen Objekte in Klostersch\u00e4tzen h\u00e4ufig \u00fcber eine lange Nutzungsdauer von mehreren Jahrhunderten und wurden im Laufe der Zeit besch\u00e4digt, repariert oder anderweitig k\u00fcnstlerisch ver\u00e4ndert, was die Zuordnung ebenfalls erschweren kann. Trotz dieser Hindernisse und Herausforderungen sind gerade auch Historiker:innen geraten, materielle Zeugnisse liturgischer Praktiken in ihre Recherchen einzubeziehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Solothurn besitzt einen qualitativ hochstehenden, stadtbildpr\u00e4genden Bestand von Kirchen, Kl\u00f6stern und Kapellen, zu denen eindrucksvolle Ausstattungen mit Alt\u00e4ren, Gem\u00e4lden, Skulpturen, Glocken, Orgeln, Glasmalereien, liturgischen Ger\u00e4tschaften, Paramenten und M\u00f6beln geh\u00f6ren. Die solothurnische Sakraltopografie hat ihren Ursprung im fr\u00fchen Mittelalter, geht in ihrer heutigen Gestalt jedoch haupts\u00e4chlich auf die bauintensivste Zeit des 17. und 18. Jahrhunderts sowie des ausgehenden 19. Jahrhundert bis 1965 zur\u00fcck. Mit ihren architektur- und kunsthistorisch qualit\u00e4tsvollen Bauten und Ausstattungen ist die Sakraltopografie ein gewichtiger Teil des weit \u00fcber die Stadtgrenzen ausstrahlenden kulturellen Erbes Solothurns. Sie umspannt auf engstem Raum praktisch alle grossen Epochen der Baukunst vom Mittelalter bis zur Nachkriegsmoderne und zeugt von einem vielschichtigen Kulturtransfer aus deutschen, franz\u00f6sischen und italienischen Architektur- und Kunstlandschaften.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die (kunst-)historische Forschung beschreibt <em>Sakrallandschaften<\/em><sup data-fn=\"db6bffb6-d2d0-479a-bb14-346219a843ae\" class=\"fn\"><a href=\"#db6bffb6-d2d0-479a-bb14-346219a843ae\" id=\"db6bffb6-d2d0-479a-bb14-346219a843ae-link\">7<\/a><\/sup>\u00a0als R\u00e4ume, die nicht nur\u00a0gr\u00f6ssere Sakralbauten wie stattliche Pfarrkirchen und prunkvolle Kapellen, sondern auch \u00abKleindenkm\u00e4ler\u00bb wie etwa Wegkreuze, Bildst\u00f6cke, nicht begehbare Miniaturkapellen, Statuennischen an Hausw\u00e4nden und Malereien an Fassaden umfasst. Letztere seien nach Peter Hersche h\u00e4ufig als Folge freiwilliger Stiftungen auf Initiative \u00abvon unten\u00bb entstanden und deshalb von Kirchenoberen nicht selten kritisch be\u00e4ugt worden.<sup data-fn=\"5edd8ec3-153c-4a3b-8e73-554e7c437cc1\" class=\"fn\"><a href=\"#5edd8ec3-153c-4a3b-8e73-554e7c437cc1\" id=\"5edd8ec3-153c-4a3b-8e73-554e7c437cc1-link\">8<\/a><\/sup> Mit dem\u00a0<em>spatial turn<\/em>\u00a0und einer intensivierten Diskussion von Raumkonzepten einher ging die Beschreibung von Sakrallandschaften als \u00absacred space[s]\u00bb.<sup data-fn=\"9185a274-184c-48be-be3b-f39d605f2b8a\" class=\"fn\"><a href=\"#9185a274-184c-48be-be3b-f39d605f2b8a\" id=\"9185a274-184c-48be-be3b-f39d605f2b8a-link\">9<\/a><\/sup>\u00a0Dabei werden nicht nur Baudenkm\u00e4ler, sondern auch der Raum zwischen baulichen Objekten untersucht und der Blick auf Praktiken und Handlungen geworfen, die sich um, an und mit Mobilien und Immobilien vollziehen.<sup data-fn=\"db253e25-fb54-4b5e-9521-90393a5ef749\" class=\"fn\"><a href=\"#db253e25-fb54-4b5e-9521-90393a5ef749\" id=\"db253e25-fb54-4b5e-9521-90393a5ef749-link\">10<\/a><\/sup>\u00a0Dazu geh\u00f6rt nicht nur der Blick auf die visuelle Dimension des Sakralraums, sondern auch deren akustische Komponente sowie der Einbezug des Faktors Geschlecht, im Sinne eines \u00abgendered sacred space\u00bb.<sup data-fn=\"a318c82f-8eef-4cf8-be2a-6ae6d8edb551\" class=\"fn\"><a href=\"#a318c82f-8eef-4cf8-be2a-6ae6d8edb551\" id=\"a318c82f-8eef-4cf8-be2a-6ae6d8edb551-link\">11<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Der Blick auf den sakralen Raum und die darin vollzogenen Praktiken macht auch Akteur:innen sichtbar \u2013 neben Vertreter:innen der Kirche wie Gemeindepfarrern oder Klosterfrauen sind hier etwa Mitglieder der st\u00e4dtischen und l\u00e4ndlichen Eliten zu nennen. Als emsige Sitfter:innen liturgischer Objekte an kirchliche Institutionen, insbesondere auch an Frauenkl\u00f6ster, haben die Eliten solche Sakrallandschaften massgeblich mitgestaltet. Wie die eingangs pr\u00e4sentierte Strahlenmonstranz zeigt, haben zahlreiche dieser h\u00e4ufig sehr prunkvollen liturgischen Kunstsch\u00e4tze bis heute \u00fcberlebt und vermitteln uns einen Eindruck der Dimensionen fr\u00fchneuzeitlicher Stiftungspraktiken.<\/p>\n\n\n\n<p>Wollen wir heute verstehen, wie Sakrallandschaften gelebt wurden, wie Menschen mit diesen sakralen R\u00e4umen interagierten, wie Klostergemeinschaften und andere religi\u00f6se Institutionen mit der Stadtgesellschaft verbunden waren, und welche politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen diese Verbindungen hatten, ist es unerl\u00e4sslich, sich den Kl\u00f6stern und kirchlichen Institutionen als Objektarchiven zuzuwenden.&nbsp;Als h\u00e4ufig integraler Bestandteil von religi\u00f6sen Praktiken wirken die in diesen Archiven gelagerten Kunstsch\u00e4tze \u00fcber sich hinaus&nbsp;\u2013&nbsp;neben einer religi\u00f6sen Bedeutung als Medien des Heils weisen sie eine soziale Dimension auf, indem sie Familien (insbesondere der st\u00e4dtischen und l\u00e4ndlichen Eliten) eine Einschreibung in die Sakrallandschaft erm\u00f6glichten. Sie sind zudem wertvolle Zeugnisse eines historischen Handwerks und Teil einer Werkbiografie. Vielfach noch g\u00e4nzlich unerforscht, verf\u00fcgen sowohl die einzelnen Objekte als auch die kirchlichen Sammlungen \u00fcber ein enormes Forschungspotenzial.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n<ol class=\"wp-block-footnotes\"><li id=\"f2cd3aa9-d77d-457e-8df1-34063fe63bbe\"> <a href=\"#f2cd3aa9-d77d-457e-8df1-34063fe63bbe-link\" aria-label=\"Aller \u00e0 la note de bas de page 1\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"df23383c-c0a5-44b1-81e0-4a8e51362242\"> <a href=\"#df23383c-c0a5-44b1-81e0-4a8e51362242-link\" aria-label=\"Aller \u00e0 la note de bas de page 2\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"b5f0d29d-35c0-4169-adf5-4d897408b750\"> <a href=\"#b5f0d29d-35c0-4169-adf5-4d897408b750-link\" aria-label=\"Aller \u00e0 la note de bas de page 3\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"9cc931dd-918f-458a-bda6-658a8461d3b4\"> <a href=\"#9cc931dd-918f-458a-bda6-658a8461d3b4-link\" aria-label=\"Aller \u00e0 la note de bas de page 4\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"3873b8fe-a628-4fbb-b459-ad00474e25d9\"> <a href=\"#3873b8fe-a628-4fbb-b459-ad00474e25d9-link\" aria-label=\"Aller \u00e0 la note de bas de page 5\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"eaa3d485-5f9a-4a6f-953d-8290e3190fd3\"> <a href=\"#eaa3d485-5f9a-4a6f-953d-8290e3190fd3-link\" aria-label=\"Aller \u00e0 la note de bas de page 6\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"db6bffb6-d2d0-479a-bb14-346219a843ae\"> <a href=\"#db6bffb6-d2d0-479a-bb14-346219a843ae-link\" aria-label=\"Aller \u00e0 la note de bas de page 7\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"5edd8ec3-153c-4a3b-8e73-554e7c437cc1\"> <a href=\"#5edd8ec3-153c-4a3b-8e73-554e7c437cc1-link\" aria-label=\"Aller \u00e0 la note de bas de page 8\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"9185a274-184c-48be-be3b-f39d605f2b8a\"> <a href=\"#9185a274-184c-48be-be3b-f39d605f2b8a-link\" aria-label=\"Aller \u00e0 la note de bas de page 9\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"db253e25-fb54-4b5e-9521-90393a5ef749\"> <a href=\"#db253e25-fb54-4b5e-9521-90393a5ef749-link\" aria-label=\"Aller \u00e0 la note de bas de page 10\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"a318c82f-8eef-4cf8-be2a-6ae6d8edb551\"> <a href=\"#a318c82f-8eef-4cf8-be2a-6ae6d8edb551-link\" aria-label=\"Aller \u00e0 la note de bas de page 11\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Beitrag von Mich\u00e8le Steiner und Christine Z\u00fcrcher Am 5. 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