Die Autorinnen dieses Beitrags problematisieren, wie koloniale Machtverhältnisse die Produktion historischen Wissens bis heute prägen und sich besonders in wissenschaftlichen Forschungskooperationen zwischen Globalem Norden und Globalem Süden fortsetzen. Sie zeigen auf, wie Narrative der «Zivilisierungsmission» fortwirken, während die Perspektiven und Arbeitsleistungen von Wissenschaftler*innen aus dem Globalen Süden weiterhin marginalisiert bleiben. Am Beispiel moderner Forschungspraktiken weist der Beitrag auf ungleiche Autor*innenschaft, epistemische Gewalt, rassifizierte Rollenverteilungen und intellektuelle Extraktion hin. Er argumentiert, dass viele Kooperationen neokoloniale Strukturen reproduzieren und ruft zu einer tiefgreifenden Dekolonisierung akademischer Wissensproduktion auf, in der nicht-westliche Perspektiven Forschungsfragen, Methoden und Interpretationen massgeblich bestimmen.
English abstract