Der Beitrag rückt jene Objekte ins Zentrum, die der Luzerner Jesuit Philipp Anton Segesser (1689–1762) für seine Mission in Nordwestmexiko als notwendig erachtete – sei es, indem er sie mitnahm, oder indem er sie sich aus der Eidgenossenschaft von seiner Familie schicken liess. Es wird argumentiert, dass besagte Objekte keineswegs einfach pragmatischer Natur waren, sondern durch ihren polyvalenten Charakter auf vielschichtigen Ebenen identitätsstiftend waren. Für den Missionar drückten die Objekte Zugehörigkeit zur Familie und zur Eidgenossenschaft aus, für die Familie bedeuteten die Objekte, Teil des Missionsprojekts zu sein. Schliesslich erfuhren die Objekte mit der Zeit eine semantische Verschiebung: Stand zu Beginn der Missionstätigkeit insbesondere ihr religiös-spiritueller Charakter im Vordergrund, gewann ihr materiell-wirtschaftlicher Wert immer mehr an Bedeutung.
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